Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung

Wenn der Arbeitsplatz so weit von vom Familienwohnsitz entfernt ist, dass keine tägliche Heimreise möglich ist, können Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung und für Familienheimfahrten als Werbungskosten abgesetzt werden. Der Familienwohnsitz ist jener Ort, an dem der Mittelpunkt der Lebensinteressen liegt.

Voraussetzungen:

  • Der Beschäftigungsort ist so weit vom Familienwohnsitz entfernt, dass eine tägliche Heimreise nicht zumutbar ist (ab einer Entfernung von 120 km, mit einer Begründung auch darunter).
  • Die Verlegung des Familienwohnsitzes in die Nähe des Beschäftigungsortes muss aus einem der folgenden Gründe zumutbar sein:
  • Der (Ehe)Partner ist am Familienwohnsitz berufstätig und verdient mehr als 2.200 Euro jährlich.
  • Man übt selbst einen zweiten Beruf in der Nähe des Familienwohnsitzes aus.
  • Bei ständig wechselnder Arbeitsstätte (z.B. bei Bauarbeitern, Leiharbeitern).
  • Wenn man von Beginn an mit Gewissheit anzunehmen ist, dass die Tätigkeit mit vier bis fünf Jahren befristet ist.
  • Wenn im gemeinsamen Haushalt am Familienwohnsitz unterhaltsberechtigte und betreuungsbedürftige Kinder wohnen und eine (Mit-) Übersiedlung der ganzen Familie aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist.
  • Wenn sonstige schwerwiegende Gründe gegen eine Wohnsitzverlegung sprechen (z.B. Pflegebedürftigkeit von im Haushalt lebenden Angehörigen).

Liegt eine dieser Voraussetzungen vorm können die Kosten für die doppelte Haushaltsführung aus Dauer angesetzt werden. Liegt keine dieser Voraussetzungen vor, können die Kosten nur vorübergehend geltend gemacht werden. Im Allgemeinen wird für Verheiratete und Lebensgemeinschaften ein Zeitraum von zwei Jahren und für Alleinstehende ein Zeitraum von sechs Monaten anerkannt.

Als Absetzposten werden anerkannt:

  • Wohnungskosten: Aufwendungen für ein Hotelzimmer (max. 2.200 Euro monatlich) bzw. Auswendungen für eine Wohnung am Dienstort inkl. Betriebskosten und der erforderlichen Einrichtungsgegenstände (max. 2.200 Euro monatlich).
  • Familienheimfahrten: Bei Verheirateten werden grundsätzlich wöchentliche Heimfahrten anerkannt, während Alleinstehende nur monatliche Fahrten ansetzten können. Absetzbar sind die tatsächlich angefallenen Fahrtkosten (begrenzt mit der höchsten Pendlerpauschale).

 

 

Werden vom Arbeitgeber steuerfreie Ersätze ausbezahlt, sind diese von den Aufwendungen abzuziehen. Es können keine Kosten  für doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten angesetzt werden, wenn am Familienwohnsitz keine eigene Wohnung vorhanden ist (z.B. kostenlose Wohnmöglichkeit bei den Eltern).

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